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Archiv für August 2019

TikTok: Wie viel Marketingrelevanz hat die Platform?

Mittwoch, 28. August 2019

TikTok ist eine vergleichsweise junge App, die aber längst als Konkurrenz zu den Social-Media-Giganten Youtube, Instagram und Snapchat gehandelt wird. Vor allem junge Menschen finden sich hier. Marketer sollten das Potenzial der App nicht verpassen.

Was ist Tik Tok?

Bei TikTok handelt es sich um eine Social Media App, bei der kürzest-Videos geteilt werden können. Sie gilt damit als kultureller Nachfolger des Anfang 2017 eingestellten Videohostingservice Vine, entstand jedoch aus der Synchronisationsapp Musical.ly. Bei TikTok haben die Videos durchschnittlich eine Länge von etwa 15 Sekunden, die Maximalzeit liegt auf einer Minute – das mag nach wenig klingen, macht den Gebrauch der App aber kurzweilig und ideal fürs scrollen unterwegs. Besonders bei jungen Menschen ist die App beliebt: Weltweit wurde die App bereits 1,2 Milliarden Mal heruntergeladen und zählt 500 aktive Nutzer weltweit. Derzeit liegt die Zahl der aktiven User in Deutschland nur bei 4,1 Millionen – das ist weniger als die Hälfte der Snapchat Nutzer. Alles deutet allerdings daraufhin, dass diese Zahl beträchtlich steigern könnte. 2018 wurde TikTok sogar öfter heruntergeladen als Instagram. Gewiss ist eine Weiterführung dieser Entwicklung selbstverständlich nicht, immerhin wurde auch das Scheitern von Vine von wenigen vorausgesehen. Dennoch birgt TikTok viel Potenzial und Reichweite, die nicht ignoriert werden sollte.

Wer nutzt Tiktok?

Ähnlich wie bei Youtube gehört die Mehrzahl der meistabonnierten Accounts zu Social Media Persönlichkeiten und Influencern, auch Prominente aus der klassischen Unterhaltungsbranche sind millionenfach abonniert. Follower zu sammeln hat allerdings eine weniger starke Bedeutung, als es heute zum Beispiel auf Instagram der Fall ist. Viel mehr steht jedes Video für sich, exzellenter Content kann auch von bisher Unbekannten viral gehen. Etwas mehr als die Hälfte aller Nutzer ist weiblich, monatlich werden in Deutschland rund 6,5 Milliarden Videoaufrufe verzeichnet. Laut Firmenangaben besuchen 90% der aktiven, überwiegend sehr jungen Nutzer die App mehrmals täglich. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Genutzt wird Tiktok vor allem mobil. Möglich machen das die kurzen Videos, die durch ihre geringe Dateigröße das verfügbare Datenvolumen schonen. Im Gegensatz zu Youtube sind die Videos in Hochkant gedreht, da sie auf die Smartphonenutzung ausgerichtet ist. Videos können geliked, geteilt und vom Ersteller mit Schriftzügen, Stickern und einer Beschreibung versehen werden – hier ähnelt die Nutzung Instagram. Auf lange Sicht möchte TikTok eine diversere Altersdemographie ansprechen, bald könnten sich das Bild des typischen Nutzers also verändern.

E-Commerce Funktion

Mitte August veröffentlichte TikTok ein neues Feature namens Hashtag Challenge Plus, durch das Nutzer innerhalb der App Produkte erstehen können. Das erste Unternehmen, das das Feature nutzte, war die Supermarktkette Kroger. So konnten User, ohne die App zu verlassen, Produkte der Kette online bestellen. Bereits zuvor gab es bei TikTok In-App Käufe – dabei handelte es sich aber um digitale Coins, die erstanden und dann an Influencer verschenkt werden konnten. Die E-Commerce Funktion steckt derzeit noch in den Kinderschuhen, verbreitetstes Marketing Instrument bleiben gesponsorte Hashtags. Sponsored Posts, wie es sie bei Instagram, Twitter und Facebook gibt, sind auch auf TikTok möglich und bieten so eine gute Möglichkeit, gezielt Reichweite aufzubauen.

Zielgruppe kennen und Content erstellen

TikTok ist voller von jungen Creatorn, die blitzschnell auf die neuesten Trends und Memes reagieren. Comedy steht im Zentrum, der extrovertierte, auf schnelle und absurde Pointen ausgerichtete Humor von TikTok ähnelt dem von Vine. Um als Unternehmen in dieser Umgebung eine erfolgreiche Marketingstrategie zu sparen, muss man das Medium gut verstehen. Gerade junge Menschen haben das Bedürfnis, unter sich zu bleiben, nicht zu der Plattform passende Werbeschaltungen ernten schnell Spott. Kampagnen, die auf Facebook oder Twitter vielleicht ausgezeichnet funktionieren, können bei dem jungen Publikum, wie es TikTok oder Snapchat auszeichnet, ihre Wirkweise spektakulär verfehlen. Ohne ein Team von Digital Natives und eine eingehende Kenntnis der Kultur der Plattform ist eine erfolgreiche Marketingstrategie darum nicht zu schaffen.

Warum Marketer Podcasts im Auge behalten sollten

Mittwoch, 07. August 2019

Podcasts sind das ideale Medienformat unserer Zeit: Egal ob beim Joggen, Autofahren oder zum Einschlafen – das Trendformat ist für viele längst fester Bestandteil des Alltags geworden. Zu den wichtigsten Ursachen für ihre Popularität gehört die Möglichkeit, das Format zu nutzen, während anderen Tätigkeiten nachgegangen werden kann. Ein großer Vorteil in einer gestressten und auf Effizienz ausgerichteten Gesellschaft. Kein Wunder also, dass laut einer Umfrage von Bitkom mehr als jeder fünfte Deutsche regelmäßig wenigstens einen Podcast hört. Die Genres sind dabei äußerst unterschiedlich und decken beinahe jedes Interesse ab. Monatlich starten dutzende neuer Angebote. Neben satirischen und humoristischen Formaten locken Moderatoren mit Businessthemen, aktuellen News und Diskussionen über jedes Nischenthema. Ihre Beliebtheit und Vielseitigkeit machen Podcasts derzeit zum spannendsten neuen Format für Marketer.

Werbeschaltungen sind effektiv

Zuletzt kündigte Spotify – derzeit die größte Plattform für Podcasts – an, zukünftig spezifischere Werbung für Podcasts einzusetzen. Das bezieht sich auf klassische Werbeeinspielungen, die vor, während oder nach der Sendung eingespielt werden können. Üblicher im Bereich der Podcast-Werbung sind sogenannte Host-Read-Ads, bei denen der Moderator die Werbebotschaft selbst vorliest oder ein Produkt in anderer Weise verbal erwähnt. Solche Werbeschaltungen haben großes Potenzial. Die Werbeakzeptanz ist bei Podcasts so hoch wie bei keinem anderen Medium. Marktforschungsinstitute sind sich zudem einig, dass die Wirksamkeit und der Brandbuilding-Effekt von Podcast-Werbung im Vergleich mit anderen Medien außerordentlich stark ist. Laut einer Umfrage von Podstars haben schon fast ein Drittel der Befragten schon einmal eine Webseite wegen einer solchen Werbeeinschaltung besucht. Auch die Zusammensetzung der Hörerschaft ist für Marketing-Experten äußerst interessant: Dank der Mischung aus sehr spezifischen und massentauglichen Themen lassen sich sowohl schmale Demografien mit Sonderinteressen als auch allgemeiner gefasste Zielgruppen ansteuern. Die Mehrzahl der Hörer ist zwischen 20 und 35 Jahren – eine Konsumentengruppe mit viel Kaufkraft.

Eigener Podcast lohnt sich

Egal ob Unternehmen oder Spezialist: Wer einen Podcast produziert, festigt damit seine Marke. Die Konzipierung und Produktion eines hochwertigen Produkts kosten zwar Zeit und Geld – ist das eigene Format aber erst einmal etabliert, wird es zum äußerst effektiven Instrument für die eigene Marke. Wer hochwertige Inhalte bietet, erreicht Kunden, die sich über ein mit dem Unternehmen verbundenes Thema informieren wollen, außerordentlich gut. Wird der Podcast auf der eigenen Webseite gehostet, generiert das zusätzlich wertvollen Traffic. Das schlägt sich auch im Suchmaschinenranking nieder. Ein hochwertiger, informativer Podcast ist zudem nützlich, um sich als Experte zu profilieren. Das kommt bei Kunden und potenziellen Geschäftspartnern gut an. Ist das Equipment erst einmal eingerichtet, macht ein Podcast sogar weniger Arbeit als ein gut aufbereiteter Fachartikel.

Mit Marketing-Podcasts auf dem neuesten Stand bleiben

Auch als Zuhörer profitieren Marketer von Podcasts: Jeder Experte ist darauf angewiesen, sich regelmäßig über aktuelle Trends und News zu informieren. Im riesigen Angebot der Business-Podcasts gibt es auch viele Formate, die sich mit Marketing-Themen beschäftigen. Die sind der perfekte Start in einen produktiven Arbeitstag. Besonders zu empfehlen unter den deutschsprachigen Angeboten sind der „OMR Podcast“ der Online Marketing Rockstars, der „Internet Marketing Podcast“ von Björn Tantau und die Formate des Netzwerks „Termfrequenz“. Wer auch für englischsprachige Podcasts offen ist, der kann mit „Everyone hates Marketers“, „Call to Action” und “Copyblogger” starten. Es lohnt sich, in viele verschiedene Formate reinzuhören, um diejenigen auszumachen, die am besten zu den eigenen Interessen und Hörgewohnheiten passen. Auf iTunes, SoundCloud und Spotify finden sich leicht mehrere Dutzend Angebote, die sich auch mit spezifischeren Marketing-Aspekten wie etwa Affiliate Marketing oder SEO beschäftigen.

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