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Ruhe bewahren im Fall von “Negative SEO”

“Negative SEO”, also dem gezielten Setzen von minderwertigen Links auf eine fremde Website, damit diese von Google “abgestraft” wird, ist in letzter Zeit zu einem immer grĂ¶ĂŸeren Problem geworden. Viel Beachtung fand der Fall des Zigarren-Online-Shops noblego, der vermeintliche Negative SEO-Angriffe öffentlich machte und damit den Fokus auf das Thema lenkte. Nicht immer sind die Angriffe so heftig wie im Fall noblego, doch kleinere, unauffĂ€lligere Attacken nehmen zu.

Um die Gefahr eines Absturzes der eigenen Website abzuwehren, muss man die Gefahr natĂŒrlich erst einmal erkennen. Ein ordentliches Monitoring ist unumgĂ€nglich, zumal sich so ein Angriff auch direkt auf die Erreichbarkeit der betroffenen Seite auswirken kann. Wenn dieses eingetreten ist, können die Folgen gravierend sein. Sind lediglich Unterseiten betroffen kann man ĂŒberlegen, ob diese schlichtweg gelöscht werden und die Links damit ins Leere laufen. Denkbar ist auch, die Seiten zu 404en und eine neue URL aufzulegen. Der Nachteil ist allerdings, dass sich die 404-Meldungen hĂ€ufen und auch gute Links verloren gehen. Diese beiden Wege empfehlen sich nur dann, wenn es sich um ein paar Links handelt und das Monitoring erwarten lĂ€sst, dass es nur noch wenige Folgeangriffe geben wird.

Problematisch wird es, geht es um die Hauptseite. SpĂ€testens an dieser Stelle sollte man ernsthaft darĂŒber nachdenken, Kontakt zu Google aufzunehmen. Zwar sind die Reaktionen des Suchmaschinenriesen auch in so einem Fall eher spĂ€rlich (wenn es ĂŒberhaupt eine Reaktion gibt), doch geht es hier schließlich um eine Straftat. Google stellt hier das Disavow Links Tool zur VerfĂŒgung, mit dem man betroffene Links identifizieren kann. Anschließend kann man bei Google einen Antrag auf erneute ÜberprĂŒfung stellen (Reconsideration Request). Generell muss man allerdings sagen: Die Chancen, das Problem mit Googles Hilfe zu beheben, sind eher gering. Der Verursacher ist nur schwer oder meistens ĂŒberhaupt nicht ausfindig zu machen, zumal sich die Hosts in der Regel im weit entfernten Ausland befinden.

Wie in so vielen Bereichen ist auch beim “Negative SEO” Vorsorge das beste Mittel. Wer genĂŒgend Trustlinks aufgebaut hat, der wird von einigen negativen Links (wenn es denn nur einige sind) nicht sofort aus der Kurve getragen. Dass “böse Links” auch tatsĂ€chlich böse Folgen haben, ist ĂŒbrigens gar nicht mal sicher. Nicht wenige SEOs berichten davon, dass diese Links ĂŒberhaupt keine Auswirkungen auf das Ranking haben. Gibt es also Anzeichen von “Negative SEO”, sollte erst einmal Ruhe bewahrt werden.

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